Montag, 18. März 2013

Vorbild "Senioren-Bravo"

Etwas flotter bitte

So flott wie die von der "Senioren-Bravo" schreiben die vom Rüstringer Bauverein nicht, aber für zerstreutes Wohnen sind die auch. Und zwar in der ersten 2013-Ausgabe der Zeitschrift "Ihr Zuhause". Dort heißt es etwas unklar und ein wenig missverständlich: "Ältere Menschen möchten ein unabhängiges und selbstständiges Leben in ihrer vertrauten Umgebung auch im Falle einer zunehmenden Hilfebedürftigkeit unter Berücksichtigung der finanziellen Tragbarkeit verbringen."

Das hätten die auch ein wenig einfacher ausdrücken können, zumal über 70-Jährige nach dem zehnten Wort bereits vergessen haben, was die neun Wörter davor bedeutet haben. Wer zerstreut wohnt, will sich so wenig Gedanken wie möglich machen müssen.  Der braucht Zerstreuung, und zwar überall - also auch beim Lesen. Leichter lesen wäre so möglich: "Sie bleiben, wo Sie sind. Wenn Sie Hilfe brauchen, kommt sie. Reicht Ihr Geld nicht, wohnen Sie wieder bei Ihren Eltern."

Das versteht jeder über 70-Jährige. So weit ihm das noch möglich ist. Oder ihr...

Sonntag, 30. Dezember 2012

Gute Vorsätze

Nicht mit der Apotheken-Umschau

Eine Psychologin rät in der "Apotheken-Umschau" von guten Vorsätzen für das Jahr 2013 ab. Die brächten keine Besserung ins zerstreute Wohnen. Zum einen äffe man nur andere nach, die sich jedes Jahr zu Silvester vornehmen, sich etwas vorzunehmen, zum anderen machten sich alle, die sich etwas vor nähmen, nur etwas vor, was bereits jedes Jahr im Februar wieder vergessen sei.

Möglicher Grund: Über 70-Jährige haben schon nach wenigen Tagen wieder vergessen, dass Silvester noch gar nicht so lange her ist, glauben also, dass in der heutigen Zeit, die angeblich schneller vergeht als der gestrige Weltkrieg, sie hätten sich schon viel zu lange an ihre guten Vorsätze gehalten, die sie zudem gar nicht mehr alle aufzählen können. Allein der Vorsatz, nicht zu vergessen, wo man die "Apotheken-Umschau" aus dem Dezember vorigen Jahres im vorigen Jahr hingelegt hat, damit man sie auch garantiert wieder findet, hilft da offensichtlich auch nicht weiter als bis Februar.

Ein Ausweg könnte sein: Man nimmt sich erst im Februar etwas für das nicht mehr ganz so neue Jahr vor und erzählt das seinen Enkeln, die sich auch im Juni noch daran erinnern können, was man sich vor vier Monaten vorgenommen hat. Das hält auch die Psychologin für erfolgversprechender als gute Vorsätze zu Silvester. Damit Vorsätze wahr werden, sagt sie, braucht man Verbündete - und da Enkel immer nur vorbei schauen, wenn sie Geburtstag haben oder wenn bald wieder Weihnachten ist, fallen sie einem auch nicht allzu oft mit der Frage auf den Wecker: "Was ist denn aus deinen guten Vorsätzen geworden?"